Anti-Gewalt-Seminare

Durch altersangemessene Kampfspiele, Kommunikationsübungen, Konfrontationsübungen, Provokationstests und Entspannungsübungen sollen die Kinder und Jugendlichen die Möglichkeit bekommen, herauszufinden und zu begreifen, welche Ursachen und Wirkungen Gewalt haben kann und lernen, auf Gewalt als Lösung von Konflikten zu verzichten.

Die Polizei setzt verstärkt auf Gewaltprävention.

Die Durchführung von Antigewalttrainings (AGT) „Stark ohne Gewalt“ (S.O.G.) an Schulen richtet sich an alle Schüler/innen ab der 7. Klasse und kann an allen Schulen durchgeführt werden.

Aktiver Opferschutz

Das AGT bezieht sich auf alle Parteien eines Konfliktes, unabhängig davon, welche Position sie einnehmen. Es wendet sich gleichermaßen an Menschen, die sich aufgrund ihrer Ausstrahlung als typische Opfer auszeichnen, aber auch an Menschen, die eher eine gewaltbereite Position einnehmen. Im Verlaufe des Trainings erfolgt eine Sensibilisierung hinsichtlich eigenverantwortlichen Handelns. Dabei soll den eher gewaltbereiten Teilnehmer/innen der Boden für die Legitimation von Gewalt entzogen werden. Den Teilnehmer/innen, die in der Position des Opfers sind oder sich dort fühlen, wird „der Rücken gestärkt“. Der Gruppe wird verdeutlich: Gewalterfahrung ist kein Einzelschicksal. Auf alle Parteien eines Konfliktes einzugehen bezeichnen wir als aktiven Opferschutz, der eine erfolgreiche Präventionsarbeit ermöglicht.

BCC-Phase

Die BCC-Phase (Time Between Contact and Crime) ist der Zeitraum zwischen dem ersten Kontakt zwischen potentiellen Opfer und Täter und der möglichen Gewalthandlung. Das AGT vermittelt den Teilnehmer/innen umfassende Handlungsmöglichkeiten, mit denen sie diese Phase aktiv beeinflussen können. Dazu gehört die frühzeitige Wahrnehmung einer Konfliktsituation, das Durchbrechen von Verhaltens- und Handlungsmustern sowie der Einsatz von Selbstverteidigungstechniken bei einer weiteren Eskalation.

Wahrnehmung

Über die reine Wahrnehmung einer Konfliktsituation hinaus arbeiten wir mit den Elementen der Eigen- und Fremdwahrnehmung. Bei der Eigenwahrnehmung werden die Schüler/innen im Verlauf des Trainings in Übungen geführt, in denen sie ihr Selbstbild (Über- oder Unterschätzung der eigenen Möglichkeiten) in einer gewaltgeneigten Situation reflektieren können. Bei der Fremdwahrnehmung assoziieren die Schüler/innen oftmals Gewalttätigkeiten mit den äußerlichen Merkmalen ihres Gegenübers (Körpergröße, Kleidung, Haarschnitt usw.), wobei sie die Körpersprache des anderen außer Acht lassen, die viel eher Auskunft über seine möglichen Absichten gibt.