Erste Schritte Erziehung im Elternhaus

Viele Eltern fühlen sich heute aus den verschiedensten Gründen bei der Erziehung ihrer Kinder überfordert und hilflos.

Kindererziehung: Wie streng müssen Eltern sein?

 

ersteschritte ElternhausKinder brauchen Eltern, die ihnen ihre Grenzen zeigen und den Weg weisen. Verwöhnte Kinder, die „grenzenlos“ aufwachsen, haben es im späteren Leben ungleich schwerer. Eltern sollen Autorität haben, ohne autoritär zu sein. Das klappt nur, wenn sie Halt geben und ihrem Kind gleichzeitig Freiräume lassen – und das ist gar nicht so einfach! Wir geben Ihnen dazu Anregungen:

Ganz klar: Mama und Papa geben den Ton an! Gleichberechtigung zwischen Eltern und Kindern gibt es de facto nicht, denn Eltern tragen die volle Verantwortung. Gleichberechtigung würde nämlich bedeuten, dass das Kind das gleiche Maß an Pflichten und Verantwortung übernehmen müsste. Eltern sollten sich aber immer so verhalten, dass sie die Würde ihres Kindes nicht verletzen. Trotzdem dürfen Eltern von ihren Kindern erwarten, dass sie folgen – wenn auch nicht immer ohne Diskussion. Gehorsamkeit ist keine Unterwürfigkeit. Gehorsam können Kinder ohne Zwang lernen. So betont z.B. der Schweizer Kinderarzt und Entwicklungsforscher Remo Largo, dass Kinder von Natur aus dazu angelegt sind zu gehorchen, sich von ihren Bezugspersonen leiten zu lassen und sich an deren Verhalten zu orientieren.

Eltern, die ihre Kinder „am kurzen Zügel“ halten, sind ihrem Kind nah und investieren eine Menge Zeit. Das bedeutet jedoch nicht, dass sie ihr Kind ständig kontrollieren oder schnell mit Strafen bei der Hand sein sollten, sondern dass sie ein offenes Ohr für seine Nöte haben und da sind, wenn das Kind sie braucht. So kann das Kind spüren, dass es seinen Eltern wichtig ist.

Auf den Punkt gebracht, brauchen Kinder Liebe und Grenzen, damit Erziehung gelingt. Keines von beiden führt allein zum Erfolg. Eltern, die ihrem Kind Grenzen setzen, lieben es deshalb nicht weniger. Fatal ist, wenn Eltern auf Fehlverhalten des Kindes unangemessen reagieren und beispielsweise mit „Liebesentzug“ reagieren. Sätze wie „Ich will Dich nicht mehr sehen!“ sind in jedem Fall zu vermeiden und das Kind wenn erforderlich nur kurzzeitig zu ignorieren, um seinen Durchsetzungswillen in angemessene Grenzen zu verweisen.